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Die Walpurgisnacht – woher stammt der Brauch?

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist Walpurgisnacht. Vielerorts wird die kalte Jahreszeit verabschiedet und der Frühling begrüßt.
StartRatgeber & MagazinBräuche & TraditionenDie Walpurgisnacht – woher stammt der Brauch?

Die Walpurgisnacht – woher stammt der Brauch?

Hexe

30. April – Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht – woher stammt der Brauch? Eine Spurensuche

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist es wieder so weit: Die Walpurgisnacht ist da. Vielerorts vertreiben die Menschen die kalte Jahreszeit und läuten den Frühsommer ein.
Nicht nur in der Gegend um den Brocken im Harz versammeln sich die Menschen um ein großes Feuer und tanzen in den Mai.
Der Brocken ist auch unter der Bezeichnung Blocksberg bekannt. Er steht stellvertretend für viele Berge, auf denen angeblich zahlreiche Hexen ihr Unwesen trieben.
Doch welchen Ursprung hat dieser Brauch? Woher kommt die Idee, dass Hexen auf ihre Besen steigen und zum Blocksberg oder auf diverse andere Berge aufbrechen?
Dieser und weiteren Fragen zum Thema Walpurgisnacht gehen wir hier auf den Grund.

Wie alles begann: so kam es zur heute bekannten Walpurgisnacht

Es war die Zeit des späten Mittelalters (spätes 14. Jahrhundert), in der Vertreter der Kirche und der Inquisition, aber auch weltliche Beteiligte die Angst vor Hexen und ihren geheimen Treffen mit dem Leibhaftigen ins Leben riefen.
Einmal in die Welt gesetzt, war es für die Inquisition ein Leichtes, diese Ängste in der mittelalterlichen Bevölkerung lebendig zu halten.

Die Rolle der Kirche und der Inquisition

Die Walpurgisnacht geht somit auf die Zeit zurück, in der die Menschen noch sehr ernsthaft an Hexen und deren unheilvollen Einfluss geglaubt haben.
Man gab den betreffenden Personen die Schuld an Missernten, Todesfällen, Seuchen und vielem mehr.
Heute ist bekannt, dass es sich bei den vermeintlichen Hexen um eine Glaubensgemeinschaft namens Waldenser handelte. Diese Menschen pflegten eine andere Auffassung des christlichen Glaubens, was natürlich aus damaliger Sicht ein unerhörter Skandal war. Es dauerte nicht lange, bis die Waldenser durch Inquisition und weltliche Instanzen verfolgt und drangsaliert wurden.

Geheime treffen im Schutze der Dunkelheit

Daher ist es nur zu verständlich, dass diese Menschen sich daraufhin heimlich und im Schutze der Dunkelheit trafen, um der oft tödlichen Verfolgung durch die genannten Parteien zu entgehen. Diese wiederum legten diese nächtlichen Treffen jedoch als Pakt mit dem Leibhaftigen aus.
Warum sonst, so dachte man, sollten sie sich nicht bei Tag treffen?
Die Vorwürfe der Kirche und der weltlichen Gerichte weiteten sich bald auch auf andere Gruppen aus, etwa auf jüdische Glaubensgemeinschaften.
So wurde auch der Sabbat, in der jüdischen Religion ein bedeutender und heiliger Wochentag, schnell mit den heimlichen Zusammenkünften in Verbindung gebracht.
Die Gerüchte wurden durch Geständnisse, die teils unter Folter und Todesdrohungen erfolgten, immer weiter befeuert und am Leben erhalten. Auch wenn diese Geständnisse verschiedene Orte und Zeitangaben beinhalteten, hat die Walpurgisnacht, wie sie bis heute bekannt ist, ein festes Datum: die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Warum gerade dann?

Zwei Gründe für das Datum

Es lassen sich zwei Gründe dafür erschließen, warum die Walpurgisnacht gerade vom 30. April auf den 1. Mai stattfindet.
Da wäre zum einen ein literarisches Werk aus dem 17. Jahrhundert des Schriftstellers Johannes Praetorius mit dem Titel: »Des Blockes Berges Verrichtung«. Es handelt sich hierbei um einen Sammelband, in dem zahlreiche Hexengeschichten erzählt wurden.
Diese Geschichten spielten fast ausnahmslos in der bis heute bekannten Nacht vom 30. April auf den 1. Mai.

Die heilige Walburga als Namensgeberin

Die Bezeichnung Walpurgisnacht wiederum geht auf die heilige Walburga zurück, genau genommen, auf den Tag ihrer Heiligsprechung: dem 1. Mai. Der heiligen Walburga kann jedoch keinesfalls Böswilligkeit und dunkle Magie nachgesagt werden.
Sie war vielmehr als Schutzpatronin gegen Seuchen, Hungersnöte, böse Geister und Missernten bekannt.

Gegen das vergessen: auf den unzähligen scheiterhäufen sind viele Menschen gestorben

Im Laufe der Zeit, mit wachsender Bedeutung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Errungenschaften, ließ der Glaube an Hexen und ihre angeblich bösen Taten immer weiter nach. Dennoch sollte für die Bedeutung der Walpurgisnacht nicht in Vergessenheit geraten, dass sehr viele Menschen aufgrund der damaligen Verfolgung durch Kirche, Inquisition und weltliche Gerichte ihr Leben auf grausame Art und Weise verloren haben.
Mögen wir bis in die heutige Zeit hinein um lodernde Feuer tanzen und die dunkle Jahreszeit vertreiben, so darf eines nicht vollkommen in Vergessenheit geraten: Für viele Menschen in vergangener Zeit waren diese Feuer ein Todesurteil.


Quellen:
Foto(s):
Hintergrund von G.C. auf Pixabay
Titelbild von Wolfgang Eckert auf Pixabay
NatGeo – GESCHICHTE UND KULTURMythos Walpurgisnacht

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