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StartRatgeber & MagazinKolumnenOffener Brief an Eva Bender zur Medizinstrategie 2030

Offener Brief an Eva Bender zur Medizinstrategie 2030

Anspruch und Realität in der Region Hannover – Warum Lehrte stärker war als Großburgwedel

Die Medizinstrategie 2030 der Region Hannover sorgt weiter für Diskussionen. Versprochene Verbesserungen bleiben aus, während Bürger längere Wege und überlastete Notaufnahmen erleben. In einem offenen Brief wendet sich Be-The.News an SPD-Kandidatin Eva Bender, die angekündigt hat, den Kurs ihres Vorgängers Steffen Krach fortzuführen – und fordert klare Antworten.


Offener Brief an Eva Bender

Sehr geehrte Frau Bender,

Sie haben angekündigt, die Medizinstrategie 2030 der Region Hannover fortzuführen, und erklärten in einem öffentlichen Reel auf Ihrem Facebook-Profil (https://www.facebook.com/reel/795977712824651) wörtlich:

„Ja, ich glaube, die Medizinstrategie ist klug umgesetzt.“ 

Eva Bender

Genau hier beginnen unsere Fragen

Denn was auf dem Papier plausibel wirkt, entpuppt sich in der Realität für viele Menschen als gravierende Verschlechterung.

Anspruch und Wirklichkeit

Die Strategie versprach: weniger Doppelstrukturen, mehr Spezialisierung, Stärkung der ambulanten Versorgung.
Tatsächlich erleben die Bürger derzeit:

  •  Schließungen von Notaufnahmen, bevor funktionierende Alternativen bereitstehen,
  •  Überlastete Notaufnahmen > über 5.000 Notfalltransporte in Nachbarkreise allein im Jahr 2024,
  •  Container-Provisorien in Großburgwedel, während der Neubau noch nicht einmal begonnen hat,
  •  überlastetes und fehlendes Personal an den verbleibenden Standorten,
  •  Berichte von Beschäftigten, dass Teile des Lehrter Personals nach der Verlagerung nach Großburgwedel unzufrieden sind und das KRH verlassen haben – unter anderem wegen der schlechteren Anbindung und längerer Arbeitswege.

Wenn die Strategie „klug umgesetzt“ wäre, warum gleicht die Lage dann eher einem Notfallplan als einer zukunftsfesten Gesundheitsversorgung?

Lehrte als Brennpunkt

Besonders deutlich wird der Widerspruch in Lehrte:

  • Lehrte hatte zuletzt über 21.000 ambulante Fälle, während Großburgwedel nur rund 17.000 ambulante Fälle verzeichnete.
    Bei den stationären Fällen lag es genau andersherum: Großburgwedel behandelte rund 10.700 stationäre Patientinnen und Patienten, Lehrte nur etwa 5.700.
    Damit wird klar: Lehrte war ambulant stark, Großburgwedel stationär – und die Strategie, die eigentlich ambulant stärken sollte, entschied sich gegen den ambulant erfolgreicheren Standort.
  •  Das Gebäude in Lehrte gilt zudem als baulich in besserem Zustand und war zusätzlich hervorragend angebunden (Autobahnkreuz A2/A7, sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowohl per Zug als auch per Bus, zentrale Lage in der östlichen Region).
    Dennoch wurde Lehrte geschlossen – ohne Ersatz, ohne RGZ, ohne Notfallversorgung, ohne funktionierende Alternative.
  • Die in Lehrte eingerichtete „chirurgische Notfallsprechstunde“ ist kein echter Ersatz:
    Sie ist nur werktags tagsüber geöffnet – zu denselben Zeiten wie örtliche Praxen.
    Für die Bürger bedeutet das: nachts und am Wochenende gibt es keinen Zugang mehr.
    Viele wissen nicht einmal, dass es die Sprechstunden gibt, weil die Region es schlecht kommuniziert hat.

    Ergebnis: Unsicherheit, Missverständnisse und die klare Wahrnehmung: „Das Krankenhaus ist dicht.“
  • Ursprünglich sollte der Neubau in Großburgwedel 2024/25 beginnen.
    Heute – im Herbst 2025 – liegt noch nicht einmal ein Spatenstich vor. Stattdessen vergibt das KRH jetzt erst die Planungsleistungen.
    Für die Menschen bedeutet das: jahrelange Provisorien, Containerstationen und keine Aussicht auf schnelle Besserung.
  • Großburgwedel dagegen war schwächer im ambulanten Bereich, gilt als stark sanierungsbedürftig und ist deutlich schlechter angebunden – vor allem an den öffentlichen Nahverkehr. Trotzdem wurde es zum zentralen Standort erklärt.
  • Diese schlechte Anbindung erschwert zudem nicht nur Patienten den Zugang, sondern auch Mitarbeiter und Besuchern.

Das ist keine Verbesserung für niemanden.

Regionale Folgen

Die Probleme beschränken sich nicht auf Lehrte. Die gesamte Region leidet unter den Folgen:

  • Rettungswagen sind deutlich länger gebunden,
    weil sie die Patienten öfter nach Celle, Peine oder Gifhorn fahren müssen.
  • Besonders betroffen ist der Osten der Region:
    Aus Uetze wurden 2023 noch 97 Notfälle ins Klinikum Gifhorn gefahren – 2024 waren es bereits 251.
    Nach Celle stiegen die Transporte von 164 auf 345 Fälle,
    nach Peine von 244 auf 387.
    Diese massiven Steigerungen zeigen:
    Was politisch als „Neuausrichtung“ verkauft wird, bedeutet für die Bürger vor allem weitere Wege und längere Wartezeiten.
  • Notaufnahmen der gesamten Region berichten alle von starker Überlastung.
  • Der Personalmangel verschärft sich
    nicht zuletzt auch, weil Arbeitswege und Bedingungen wesentlich unattraktiver werden.
  • Auch die versprochene finanzielle Eigenständigkeit des Klinikums Region Hannover ist verfehlt.
    Statt ab 2025 ohne Zuschüsse auszukommen, musste die Region allein in diesem Jahr über 32 Millionen Euro zusätzlich in das KRH pumpen – Geld, das an anderer Stelle in Schulen, Infrastruktur oder Katastrophenschutz fehlt.

Politische Verantwortung

Ihr Vorgänger Steffen Krach hat diese Strategie auf den Weg gebracht und ist inzwischen als SPD-Spitzenkandidat nach Berlin orientiert. Dort tritt er bei öffentlichen Veranstaltungen auf, während hier viele offene Baustellen bleiben.
In der Öffentlichkeit stellt sich die Frage: Ist er für diese Zeit unentgeltlich freigestellt
oder tragen niedersächsische Steuerzahler die Last seiner Wahlkampftermine mit? Klare Antworten dazu fehlen bislang.

Zurück bleiben viele offene Fragen. Sie selbst haben angekündigt, diesen Kurs ohne Änderungen fortzusetzen.

Sehr geehrte Frau Bender, wir erwarten, dass Sie nicht einfach das sprichwörtliche Dach weiterbauen, während das Fundament noch nicht einmal geplant wurde.
Hier werden Strukturen weggerissen, bevor die Alternativen funktionieren. Das kann nicht der Sinn einer Strategie sein, die Verbesserung verspricht.
Denn genau so wirkt es: Man schließt Krankenhäuser und Notaufnahmen, bevor der Ersatz fertig ist – ein Vorgehen, das im Bauwesen undenkbar wäre, in der Gesundheitspolitik aber Realität.

Was jetzt geschehen sollte

  • Überprüfen Sie die Standortentscheidung Lehrte vs. Großburgwedel erneut – faktenbasiert und transparent.
  • Legen Sie verbindliche Zwischenziele vor:
    Wann beginnen die Neubauten in Lehrte und Großburgwedel?
  • Wie lange bleibt Lehrte in dieser prekären Situation?
    Ein Grundstein für das versprochene RGZ ist immer noch nicht gelegt. Eine Notfallversorgung ist im Plan nach wie vor nicht vorgesehen.
  • Wann sind die Lehrter Bürger wieder abgesichert in Notsituationen?
    Heute bleibt selbst bei mittelschweren Verletzungen oft nur der Krankenwagen – was zusätzliche Belastung für Rettungsdienst und Sanitäter bedeutet.
  • Initiieren Sie eine echte Personaloffensive für die Notaufnahmen.
  • Attraktive Jobbedingungen, vernünftige Erreichbarkeit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Kommunizieren Sie offen und ehrlich, statt von „kluger Umsetzung“ zu sprechen, während Bürger massive Versorgungslücken erleben.

Ein letzter Gedanke

Die Menschen in der Region Hannover brauchen keine Strategiepapiere, Hochglanzprospekte oder Popupstores des KRH im Hauptbahnhof, sondern spürbare Verbesserungen.

Sie haben die Chance, die Fehler Ihres Vorgängers zu korrigieren. Nutzen Sie sie.

Mit freundlichen Grüßen 

Redaktion Be-The.News

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