Notfallversorgung in der Region Hannover
Die Region Hannover zählt mit über 1,2 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Räumen Niedersachsens.
Diese Dichte erfordert somit ein enges Versorgungsnetz aus Krankenhäusern, Rettungsdiensten und Feuerwehrstrukturen.
Krankenhauslandschaft
25 Kliniken bilden die Basis der stationären Versorgung, zwölf davon mit Notaufnahme.
Neben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) stehen Häuser wie das KRH Klinikum Siloah, das DRK Clementinenhaus oder das Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult für spezialisierte und universitäre Medizin.
Die Trägerstruktur ist zudem gemischt: öffentlich (Klinikum Region Hannover), frei, gemeinnützig (Diakovere) und privat (z. B. Sophienklinik).
Rettungsdienst und Notfallversorgung
Das regionale Netz umfasst 18 Rettungswachen in der Fläche mit über 40 Rettungswagen, sechs Notarzteinsatzfahrzeugen und mehreren Krankentransportwagen. In Hannover sichern fünf Feuer- und Rettungswachen sowie weitere Stützpunkte die schnelle Hilfe.
Zusätzlich ist die Freiwillige Feuerwehr in 17 Stadtteilen aktiv.
Ein wesentlicher Baustein ist der flächendeckende Einsatz von Notarzteinsatzfahrzeugen, die an zentrale Kliniken angebunden sind und somit die notärztliche Versorgung sichern.
Lehrte – Stärken und Lücken
Mit rund 46.000 Einwohnern gehört Lehrte zu den mittelgroßen Städten der Region. Die örtliche Rettungswache verfügt über zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Krankentransportfahrzeug.
In Lehrte gibt es lediglich eine psychiatrisch-psychosomatische Tagesklinik. Für akute Notfälle steht jedoch keine eigene stationäre Klinik mit Notaufnahme zur Verfügung. Im Notfall müssen Patienten nach Hannover, Burgwedel oder Laatzen gebracht werden.
Stärken:
- Eigene Rettungswache ermöglicht schnelle Ersteinsätze.
- Nähe zu Hannover sichert Zugang zu spezialisierten Kliniken.
Risiken:
- Keine Notaufnahme vor Ort, dadurch längere Transportzeiten.
- Wachsende Belastung der zentralen Notaufnahmen in Hannover.
- Demografischer Wandel: steigender Bedarf an chronischer und geriatrischer Versorgung.
- Begrenzte Rettungsmittel, die bei parallelen Einsätzen schnell ausgeschöpft sind.
Ausblick
Die Region Hannover ist somit insgesamt gut aufgestellt.
Doch der Blick nach Lehrte zeigt, dass die Grundversorgung stark von Nachbarstädten abhängt. Um die wachsenden Anforderungen zu bewältigen, sind Investitionen in dezentrale Angebote, eine stabile Rettungsmittelvorhaltung und eine engere Anbindung an zentrale Kliniken notwendig.
Am Ende stellt sich die Frage:
Wie viel Nähe zur medizinischen Versorgung wollen wir den Bürgern zumuten – und wo muss die Politik jetzt nachsteuern?
Quellen:
Fotos: © P.R.-F.
Rettungsdienstbedarfsplan Landeshauptstadt Hannover (Stand 2021); Rettungsdienst in der Region Hannover ; Niedersächsischer Krankenhausplan 2022
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu