Eine sensible Phase für viele Familien
Die Wochen vor den Halbjahreszeugnissen sind für viele Familien angespannt.
Gespräche über Leistungen, Erwartungen und schulische Entwicklung rücken näher. Für manche Kinder bedeutet das zusätzliche Unruhe, für andere verstärkt sich ein Druck, der längst Teil ihres Alltags geworden ist.
Pädagogen und Eltern berichten seit Jahren, dass schulische Anforderungen bei Kindern nicht nur Ehrgeiz, sondern auch Stress auslösen.
Stress gehört für viele Kinder zum Schulalltag
Hinweise darauf liefert auch eine Umfrage der Super Chill Stiftung in Zusammenarbeit mit Civey. Demnach erleben rund 30 Prozent der Eltern ihre Kinder regelmäßig als stark gestresst. Als häufige Auslöser nennen sie Leistungsdruck, Hausaufgaben und soziale Konflikte im schulischen Umfeld. Mehr als die Hälfte der Befragten beobachtet Reizbarkeit, etwa ein Drittel berichtet von Schlafproblemen oder nachlassender Konzentration.
Diese Beobachtungen decken sich mit Erfahrungen aus Schulen. Stress tritt nicht nur punktuell vor Klassenarbeiten auf, sondern begleitet viele Kinder durch den gesamten Schulalltag.
Mentale Gesundheit rückt stärker in den Fokus
In der Bildungsdebatte gewinnt das Thema mentale Gesundheit zunehmend an Bedeutung.
Fachleute weisen darauf hin, dass Kinder neben fachlichem Wissen auch Strategien benötigen, um mit Anspannung, Überforderung und Emotionen umzugehen. Prof. Dr. Nina Kolleck von der Universität Potsdam verweist auf Studien, nach denen Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen die psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern stärken können. Sie betont jedoch zugleich, dass solche Angebote den schulischen Leistungsdruck nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen können.
Unterschiedliche Ansätze zur Entlastung
Eltern und Schulen reagieren auf unterschiedliche Weise auf die steigende Belastung.
Neben Gesprächen, angepassten Lernzeiten oder Bewegungsangeboten entstehen auch digitale Unterstützungsformate. So stellt die Super Chill Stiftung mit der Super Chill App ein kostenloses Angebot bereit, das Kindern einfache Atem-, Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen vermittelt.
Ziel ist es, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben, um in stressigen Situationen zur Ruhe zu kommen und sich besser zu regulieren.
Solche Angebote stoßen auf Interesse, ersetzen jedoch keine strukturellen Lösungen. Bildungsforscher weisen darauf hin, dass Leistungsdruck, enge Lehrpläne und soziale Dynamiken weiterhin zentrale Herausforderungen bleiben.
Mehr als eine individuelle Aufgabe
Die Frage nach dem Umgang mit schulischem Stress lässt sich daher nicht allein auf einzelne Kinder oder Familien abwälzen.
Sie berührt auch schulische Rahmenbedingungen, Erwartungshaltungen und den gesellschaftlichen Blick auf Leistung. Gerade die Zeugniszeit macht sichtbar, wie eng Erfolg oft mit Noten verknüpft wird – und wie wenig Raum dabei für individuelle Entwicklung bleibt.
Wie Schule, Eltern und Politik künftig mit dieser Belastung umgehen, bleibt offen.
Sicher ist jedoch: Mentale Gesundheit von Kindern ist längst kein Randthema mehr.
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Diskutieren Sie mit – wir sind gespannt auf Ihre Meinung.
Quellen:
Fotos: Bild von freepik
PM: Super Chill Stiftung
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu






