mehr aus Kategorie

Bürgerjournalisten e.V. im Interview bei Trude Kuh

Im Interview bei Trude Kuh spricht Patrick Reinisch-Fahrland über den Bürgerjournalisten e.V. und die Zukunft des Lokaljournalismus.

Kunst, Kosten und Uringeruch – Hannovers Aufenthaltsqualität

Hannover stellt 250.000 Euro Steuergeld für die Bodenkunst am Raschplatz bereit. Weitere Kosten kommen hinzu. Prioritäten richtig gesetzt?

Bürgerbeteiligung – Fahrradstraße Feldstraße Lehrte

Stadt Lehrte: informiert über die geplante Fahrradstraße in der Feldstraße. Bürger können Fragen stellen und Anregungen einbringen.

Mehr vom Autor

Lehrter Bürgerjournalisten erhalten Ehrenamtspreis

Bürgerjournalisten erhalten den Ehrenamtspreis „unbezahlbar & freiwillig“ 2025 – ein besonderer Moment für Engagement und Gemeinschaft.

25 Jahre – Original Egerland Orchester

Blasmusik voller Gefühl: Das „Original Egerland Orchester“ feiert 25 Jahre im ausverkauften Kurt-Hirschfeld-Forum – mit Jubel und Gesang.

KVN schließt Bereitschaftspraxis in Lehrte Ende November

Die ärztliche Bereitschaftspraxis im Lehrter Krankenhaus schließt Ende November. Die KVN verweist auf umliegende Praxen und die 116117.
StartKolumnenAus dem ArchivVogel-Wellness vor Rehkitzleben – Eine absurde Entscheidung

Vogel-Wellness vor Rehkitzleben – Eine absurde Entscheidung

Vögel vs. Rehkitze – Wenn Bürokraten Drohnen jagen

Obwohl dieses Thema als Satire dargestellt wird, ist es ein ernstes Anliegen.
In der idyllischen Region Hannover zeigt die Untere Naturschutzbehörde, wie man Probleme lösen kann – oder auch nicht. Während die Landwirte sich mit der Heuernte abmühen und Jäger verzweifelt nach Rehkitzen Ausschau halten, greift die Behörde mit einer strengen Hand durch. Drohnen zur Rehkitzrettung? Nicht mit uns!

Die unsichtbare Gefahr der Drohnen

Am Steinhuder Meer hat sich ein Jäger erdreistet, eine Drohne zur Rettung kleiner Rehkitze einzusetzen.
Die Antwort der Naturschutzbehörde kam prompt: „Keine Drohnen im Naturschutzgebiet!“, hieß es. Die Begründung? Vögel könnten sich gestört fühlen. Schließlich ist es eine bekannte Tatsache, dass Vögel ihre täglichen Yoga-Übungen im Naturschutzgebiet brauchen, und da passen keine Drohnen ins Bild.

Hunde statt Hightech

Oliver Brandt, seines Zeichens Burgdorfer Regionsabgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, ist perplex. „Warum die leisen Drohnen verbannen und stattdessen Hunde losschicken?“, fragt er sich. Vielleicht, weil Hunde die Vögel freundlicher wecken? Oder weil das Bellen der Hunde als beruhigender Soundtrack des Naturschutzgebiets gilt?

Anfrage mit Nachgeschmack

Brandt hat deshalb eine Anfrage mit acht tiefschürfenden Fragen an die Regionsverwaltung gestellt. Diese Fragen umfassen unter anderem:

  1. Ist der Unteren Naturschutzbehörde bekannt, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium und die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung die Rehkitzrettung mit Drohnen fördern und unterstützen?
  2. Ist die Rechtsauffassung der Regionsverwaltung landesweit abgestimmt oder handelt es sich um eine eigenständige Entscheidung der Region Hannover?
  3. Wurde die neue Rechtsauffassung im Vorfeld mit dem Jagdbeirat, dem Kreisjägermeister, Naturschutzverbänden oder dem Landvolk beraten oder zumindest kommuniziert? Falls ja, wann und wer war beteiligt?
  4. Bedeutet die Aussage, dass der Schutz der Vögel im EU-Vogelschutzgebiet höher bewertet wird als der Schutz von Rehkitzen, dass Tod und Verstümmelung von Rehkitzen als weniger schlimm angesehen werden?
  5. Teilt die Untere Naturschutzbehörde die Auffassung, dass Landwirte und Maschinenführer gesetzlich verpflichtet sind, Wiesenflächen vor der Mahd abzusuchen und sich bei Unterlassen strafbar machen?
  6. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse belegen, dass die zeitintensive Absuche mit Menschen und Hunden weniger störanfällig ist als die Absuche mit Drohnen? Wie begründet die Regionsverwaltung diese Entscheidung fachlich?
  7. Ist der Unteren Naturschutzbehörde bekannt, dass Jäger bei der Kitzrettung auch Gelege markieren, um sie vor dem Mähen zu schützen?
  8. Wurde das Drohnenverbot auch in anderen Vogel- oder Naturschutzgebieten ausgesprochen? Wenn ja, in welchen?

Brandt fordert schnelle Klarheit und Rechtssicherheit für die Landwirte, die strafrechtliche Konsequenzen fürchten, wenn Rehkitze beim Mähen getötet werden. „Andere Naturschutzbehörden, zum Beispiel im benachbarten Heidekreis, zeigen sich deutlich kooperativer und erlauben Drohnenflüge in Naturschutzgebieten, um Rehkitze und andere Jungtiere in Sicherheit zu bringen. Warum ist das in der Region Hannover nicht möglich?“, fragt Brandt.

Vergleich mit anderen Regionen

Im benachbarten Heidekreis geht man den modernen Weg: Drohnen sind erlaubt und retten Rehkitze in Naturschutzgebieten. Doch in Hannover bleibt man der Tradition treu. „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?“, scheint das Motto zu sein. Landwirte und Jäger schütteln den Kopf und warten gespannt auf die Antwort der Unteren Naturschutzbehörde.

Bürokratenlogik – Eine Fallstudie

Für die Landwirte in Hannover ist die Lage klar: Sie brauchen Drohnen, keine zusätzlichen Hürden. Aber vielleicht ist die Bürokratie ja der Meinung, dass ein bisschen Chaos gut für die Gesundheit ist. Wie sonst ließe sich erklären, dass der Schutz von Vögeln wichtiger ist als das Leben von Rehkitzen?
Am Ende bleibt eine Frage: Wann erkennt die Bürokratie, dass Hightech und Naturschutz Hand in Hand gehen können? Bis dahin bleibt es spannend, welche weiteren kreativen Vorschläge die Behörde aus dem Hut zaubert.


Quellen:
Fotos: © Oliver Brandt
Pressemeldung: CDU-Fraktion Region Hannover
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu

 

Neueste Themen

Bürgerjournalisten e.V. im Interview bei Trude Kuh

Im Interview bei Trude Kuh spricht Patrick Reinisch-Fahrland über den Bürgerjournalisten e.V. und die Zukunft des Lokaljournalismus.

Kunst, Kosten und Uringeruch – Hannovers Aufenthaltsqualität

Hannover stellt 250.000 Euro Steuergeld für die Bodenkunst am Raschplatz bereit. Weitere Kosten kommen hinzu. Prioritäten richtig gesetzt?

Bürgerbeteiligung – Fahrradstraße Feldstraße Lehrte

Stadt Lehrte: informiert über die geplante Fahrradstraße in der Feldstraße. Bürger können Fragen stellen und Anregungen einbringen.

Klaut die Energiewende wirklich Natur?

Brauchen Windräder und Solarparks wirklich zu viel Platz? Ein Blick auf Kohle, Öl, Gas und erneuerbare Energien zeigt überraschende Unterschiede…

Lehrte – Bühne für Europas Fußballstars von morgen

1.500 Zuschauer, internationale Topteams und ein furioses Finale: Der Raddatz-Cup machte Lehrte erneut zum Treffpunkt des Nachwuchsfußballs…

Lehrter Walking Footballer feiern gelungenes Turnier

Spannende Spiele, ein seltenes Traumtor und starke Gemeinschaft: Das Walking Football Turnier des SV 06 Lehrte begeisterte Spieler und Zuschauer gleichermaßen. Zusätzlich sorgten neue Tore und gesponserte Wetterjacken für große Freude im Team.

Warum viele Vereinsbeiträge kaum gesehen werden

Vereine leisten viel – doch oft bleibt es unsichtbar. Ein neues Projekt zeigt, wie Inhalte mit weniger Aufwand mehr Menschen erreichen…

SV 06 Lehrte lädt zum 3. Walking-Football-Turnier

Walking Football in Lehrte. Teams aus Niedersachsen und Essen treten beim SV 06 Turnier an – mit besonderer Freundschaftsgeschichte.

Erneuerbare stärken Kommunen finanziell

Erneuerbare Energien bringen Milliarden in Kommunen & stärken regionale Wirtschaft. Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zeigt Potenzial