Do 18 Jul 2024

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Gehen 2025 im Krankenhaus die Lichter ganz aus?

Lehrte bald ohne Notfallsprechstunde der Kassenärztliche Vereinigung

Unser Krankenhaus gibt es nicht mehr. Wie sieht jetzt im konkreten Fall die medizinische Versorgung bei leichten Verletzungen aus?
Nehmen wir ein häufig vorkommendes Beispiel. Es ist Sonntagmittag und Mutti erleidet eine großflächige Verbrennung 2. Grades in der Küche. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Hausarzt ist im Wochenende, der fahrende Bereitschaftsdienst der KV (Kassenärztliche Vereinigung) nicht zuständig, da der Patient nicht immobil ist. Also geht es zur KV-Notfallsprechstunde in die Manske-Straße.

Bisherige KV – Notfallsprechstunde

Während der Öffnungszeit stehen bisher mindestens ein Arzt und eine oder zwei medizinische Fachangestellte zur Verfügung, an starken Tagen auch zwei Ärzte. Im Wartebereich gibt es 15 Plätze.
Bis zu 10 Patienten nehmen während der Öffnungszeit hier Hilfe in Anspruch. Besonders viel ist am Mittwoch, Freitag und am Wochenende los, da dann die Hausärzte geschlossen haben. Schnittwunden, Verbandswechsel, Verbrennungen, Atemnot, Zeckenbefall sind häufige Einsatzbereiche.

Öffnungszeiten der KV-Notfallsprechstunde

In den Nachtstunden kommt der fahrende Hausbesuchsdienst:
Montag, Dienstag & Donnerstag 19.00 Uhr – 21.00 Uhr
Mittwoch & Freitag: 18.00 Uhr – 21.00 Uhr
Samstag, Sonntag & Feiertags: 10.00 Uhr – 14.00 Uhr sowie 17.00 Uhr – 20.00 Uhr

KVN verändert die Angebotsstruktur

Notfallsprechstunde nur noch in Verbindung mit einem Krankenhaus.
Wie ich erfahren habe, strukturiert die KVN derzeit komplett um. Meine Fragen richte ich also an die KV-Niedersachsen in Hannover. Ausführliche Antworten bekomme ich umgehend. Zukünftig wird es drei Säulen der Versorgung durch die KVN geben:

  1. Telemedizinische Unterstützung per Telefon oder Video
  2. Fahrender Bereitschaftsdienst für immobile Patienten
  3. Bereitschaftsdienstpraxis

Hier findet man den richtigen Gebrauch der Notrufnummern erklärt: https://www.kvn.de/Patienten/Bereitschaftsdienst.html

KV-Notfallsprechstunde fällt in Zukunft weg

Eine Bereitschaftsdienstpraxis, wie sie derzeit in Lehrte existiert, wird es in der Zukunft nicht mehr geben.
Diese wird nur noch dort angeboten, wo im Bedarfsfall auch eine direkte Weiterversorgung im Krankenhaus sichergestellt wird. Die KV-Notfallsprechstunde wird also abgeschafft.
Ein konkreter Zeitpunkt der Schließung steht noch nicht fest. Eine Schließung ist aber für das laufende Jahr 2024 nicht angedacht.

Versprechen von Krach und Bracht an die Lehrter gebrochen?

Patienten mit leichten Verletzungen können in Lehrte nicht mehr versorgt werden

Im November 2023 beantworteten Aufsichtsratsvorsitzender Krach und Geschäftsführer Bracht die Fragen des Lehrter Rates und der Bürger. Im Protokoll des Lehrter Rates steht unter anderem zu lesen:

Ratsfrau Simecek nimmt Bezug auf einen Zeitungsartikel vom 30.10.2023, in dem es um geplante Umzüge der Inneren Medizin bereits im Januar 2024 geht. Ab diesem Zeitpunkt wird die Notfallversorgung notleidend werden. Sie bittet um Erläuterung der konkreten Prozesse. Sie befürchtet zudem, dass durch den Umzug nur noch wenige Betten für Patienten blieben, die allerdings nicht einmal für den Regelbedarf gedacht seien. Sie fragt, welche konkreten Konzepte es gebe und wie die Notfallversorgung zukünftig aussehen solle. Des Weiteren gibt sie zu bedenken, dass einige Patienten auch mit dem privaten PKW, dem öffentlichen Nahverkehr oder zu Fuß ins Lehrter Krankenhaus kämen und nicht nur mit dem Rettungswagen.

Regionspräsident Krach antwortet, dass es keine neuen Entwicklungen seit der von Anfang an geplanten Strategie gebe, aber betont, dass er Verständnis für alle Fragen und Sorgen habe. Er wirft die Frage in den Raum, wie sinnvoll es sei, wenn Patienten zuerst für eine kurze Behandlung in das Lehrter Krankenhaus gebracht und dann schlussendlich weiter in ein geeignetes Krankenhaus verlagert werden. Durch die Umstrukturierung falle dieser Zwischenschritt weg. Herr Krach berichtet, dass weiterhin leichte Fälle in Lehrte behandelt werden könnten. Er verdeutlicht, dass die Umstrukturierung der medizinischen Versorgung in der Region Hannover kein Einzelfall sei, sondern dies bundesweit geschehe. Allerdings handeln viele andere Regionen nicht aus eigener Initiative wie die Region Hannover, wodurch diese sich einen Vorteil bei der Steuerung der Entwicklungen verspreche. Durch das eigene Handeln sollen weitere Einschränkungen durch den Bund verhindert werden. Er versichert den Mitgliedern des Rates der Stadt Lehrte, dass er mit diesem Einschreiten auf keine parteipolitischen Diskussionen aus sei.

Auszug – Protokoll, 19. Sitzung Lehrter Rat – Mittwoch, 01.11.2023 – Seite 4

Herr Van Oferlot gibt zur Kenntnis, dass er die Umstrukturierung nachvollziehen kann, es dadurch allerdings nicht zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung käme, sondern eher zu einer Spezialisierung.

Regionspräsident Krach betont erneut, dass eine 24-Stunden-Versorgung weiterhin gewährleistet bleibe.

Herr Van Oferlot bittet die Gäste um Transparenz und Ehrlichkeit. Er selbst arbeite im Krankenhaus Lehrte und sagt, dass ein 24-Stunden-Dienst nicht gewährleistet werden könne, da wichtige Bereiche zur sofortigen Diagnostik fehlen.

Auszug – Protokoll, 19. Sitzung Lehrter Rat – Mittwoch, 01.11.2023 – Seite 7

Wenn es die Notfallsprechstunde in absehbarer Zeit nicht mehr gibt, müssen die Lehrter mit einer Verbrennung oder anderen kleineren Vorfällen ca. 17 km nach GBW oder Peine fahren. Für Menschen ohne PKW könnte dies zu einem ernsthaften Problem werden. Der ÖPNV ist in diesen Fällen meist keine gute Wahl.

KRH, SPD Lehrte und Bündnis90/Die Grünen Lehrte – WAS NUN?

Vielen Dank an dieser Stelle an die Lehrter Apotheken und ihre Mitarbeiter! Zum Beginn der Grillsaison gab es wie immer einige Brandverletzungen. Die Erstversorgung haben die Mitarbeiter der Apotheken übernommen. Ist das also das Ergebnis der Medizinstrategie 2030? Ist das die verbesserte medizinische Versorgung für Lehrte?


Quellen:
Fotos: © T. Janus
Protokoll, 19. Sitzung Lehrter Rat
Persönliche Anfrage des Autors per E-Mail an die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu