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Rosenkohl und Fahrstuhl

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Rosenkohl und Fahrstuhl

Eingeschlossen – sieben Menschen, ein Schicksal

Im Fahrstuhl stecken bleiben? Joa, kann passieren. Ich bin da relativ entspannt. Keine Platzangst, keine Panikattacken, ich weiß, dass diese Dinger nicht einfach so in den Tod rauschen. Alles easy. Wir standen da also zu siebt, dicht an dicht, auf knapp vier Quadratmetern. Angespannte Gesichter, nervöses Husten, jemand drückte in regelmäßigen Abständen völlig sinnlos auf den Knopf für das Erdgeschoss, als wäre der Fahrstuhl nur bockig und bräuchte ein bisschen Überzeugungsarbeit. Die Stimmung war okay.

Der Rosenkohl meldet sich zurück

Was die Leute um mich herum aber nicht wussten – und das war ein Problem – ich hatte am Vorabend Rosenkohl gegessen. Und nein, nicht so ein bisschen. Ich hatte Rosenkohl gegessen wie ein Mann, der glaubt, er müsse sich vor einer Hungersnot bevorraten. Meine Frau macht den einfach zu gut. Ich hatte mich derart vollgestopft, dass ich mich danach nur noch rollend fortbewegen konnte, wie ein gut genährter Seehund. Und nun… war der Rosenkohl bereit für seinen zweiten Auftritt.

Der Kampf beginnt

Mein Darm hatte inzwischen so viel Gas produziert, dass ich damit problemlos eine Kleinstadt durch den Winter bringen könnte. Es war kein leichtes Zwicken, kein höfliches „Darf ich mal?“ – nein, das hier war die biologische Version eines Vulkanausbruchs, der seit Stunden drängelte. Ein massives, zorniges Grollen aus den tiefsten Abgründen meines Verdauungstrakts. Nach zwanzig Minuten im stickigen Fahrstuhl begann ich zu schwitzen. Meine Stirn glänzte. Mein Körper signalisierte mir mit aller Deutlichkeit: Junge, es ist Zeit. Ich wusste: Das hier wird keine leise Nummer.

Alarmstufe Rot im Nougatbunker

Das hier war nicht so ein harmloser kleiner Windhauch, der sich unauffällig ins Nirwana verzieht. Nein. Das war ein handfester SEK-Einsatz in meiner Nougathöhle. Und diese Jungs wollten raus. Sofort. Mit allen Mitteln. Ich spannte meine Arschbacken an, mit einer Härte, die jedem Panzerstahl Konkurrenz machen könnte. Ich hätte damit Nägel zerquetschen können. Mein Körper zitterte nicht aus Angst – sondern weil er mit aller Gewalt versuchte, eine Katastrophe von biblischem Ausmaß zu verhindern.

Wenn der Fahrstuhl zur Gaszelle wird

Mein Kopfkino begann. Ich sah förmlich, wie sich meine Mitfahrer in Zeitlupe umdrehten, wie die ersten ratlosen Blicke fielen. Dann der erste Atemzug. Dann der erste Tote. Ich musste das hier aussitzen. Durchhalten. Irgendwie. Doch der Rosenkohl… der hatte andere Pläne.

Kein Entkommen

Ich kämpfte. Verdammt, ich kämpfte wirklich. Mein ganzer Körper war ein einziges Bollwerk der Verdrängung. Meine Arschmuskulatur war inzwischen so angespannt, dass sie theoretisch eine Kokosnuss hätte knacken können. Ich schwitzte wie ein Tier, meine Beine zitterten. Ich war ein Mann am Abgrund. Und dann… dann passierte es.

Es ist zu spät

Ich merkte es sofort. Ein winziger Druckverlust. Ein kaum wahrnehmbares Zischen. Ein Leck in der Rohrleitung. Alarmstufe Rot. Panik. Ich versuchte, den Schaden zu begrenzen, meine Haltung zu korrigieren, meine Beinmuskeln noch fester zu verknoten. Aber das Ding war in Bewegung. Es war zu spät. Pfffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffffff. Das Geräusch war nicht ohrenbetäubend, nein. Es war tief. Dumpf. Ein grollendes Unheil, das irgendwo zwischen „platzender Fahrradschlauch“ und „blubbernder Lava“ rangierte. Eine Frequenz, die man nicht hörte, sondern fühlte. Wie ein U-Boot-Sonar aus der Hölle.

Die Apokalypse nimmt ihren Lauf

Die Gespräche im Fahrstuhl verstummten schlagartig. Ich hoffte noch kurz, dass es unbemerkt bleiben würde. Dass es sich vielleicht in der drückenden Fahrstuhl-Luft verlor, geräuschlos, unauffällig. Aber das hier war kein gewöhnlicher Furz. Nein. Das hier war Rosenkohl-Level 3: biologische Kriegsführung.

Der Untergang in Echtzeit

Die ersten Sekunden blieb alles ruhig. Doch dann … dann machte sich der Geruch breit. Es war kein normaler Furzgeruch. Nein, das hier war ein Ereignis. Ein olfaktorischer Tsunami, eine brennende Dampfwolke, die sich durch den engen Raum fraß wie radioaktive Strahlung. Meine Mitfahrer wurden Augenzeugen einer olfaktorischen Apokalypse. Ein Mann räusperte sich plötzlich heftig. Eine Frau zog ruckartig die Nase hoch und verzog das Gesicht, als hätte sie gerade den Gehaltsscheck ihrer Ex-Schwiegermutter entdeckt. Ein junger Typ an der Wand drehte sich langsam in meine Richtung – nicht panisch, nicht wütend, sondern in tiefer, ehrlicher Verzweiflung.

Schuld und Scham

Dann kam die erste Fluchtbewegung. Ein kleiner, schmächtiger Mann mit Aktentasche versuchte, sich in die entgegengesetzte Ecke des Fahrstuhls zu pressen, als könnte er damit dem drohenden Gasangriff entkommen. Leider gab es keinen entkommen. „Oh. Mein. Gott.“ keuchte jemand. Dann der erste Husten. Ein junges Mädel hielt sich ruckartig die Hand vor den Mund. Tränen schossen ihr in die Augen. Ich hatte Tränen verursacht. Ich. Ein einfacher Mann, der nur einen Abend unkontrolliert Rosenkohl gegessen hatte. Ein Mann mittleren Alters warf mir einen Blick zu, der irgendwo zwischen „Ich hoffe, du stirbst qualvoll“ und „Hiermit verfluche ich selbst deine ungeborenen Enkelkinder“ lag.

Auftritt – Der Unschuldige

Dann begann die Panik. „Wer … WAR DAS?!“, schrie jemand. Ich überlegte kurz, ob ich die Schuld auf den alten Herrn mit dem grauen Mantel schieben sollte. Aber ich wusste, das würde nicht funktionieren. Denn die Leute wussten es. Sie spürten es. Es kam von mir. Und in diesem Moment, als mir bewusst wurde, dass ich nun offiziell als „Der Typ, der den Fahrstuhl vergast hat“ in die Geschichte eingehen würde, tat ich das Einzige, was mir übrig blieb. Ich tat so, als würde es mich genauso betreffen wie alle anderen. „Boa, ALTER! Wer hat denn hier innerliche Verwesung?!“ rief ich laut. Doch niemand glaubte mir. Niemand.

Die Evakuierung

Wir blieben noch zehn Minuten stecken. Die längsten zehn Minuten meines Lebens. Als der Fahrstuhl endlich aufging, gab es keine normalen Abschiede. Kein „Tschüss“, kein „Schönen Tag noch“. Nein. Die Leute stiegen einfach aus. Schnell. Wortlos. Evakuierung. Ein Mann hielt sich ein Taschentuch vor die Nase. Eine Frau sog panisch frische Luft in sich ein. Der Kerl mit der Aktentasche rannte. Und ich? Ich blieb zurück. Allein mit meiner Schuld.

Der Techniker kommt

Der Fahrstuhltechniker, der das Ganze von außen geöffnet hatte, kam neugierig näher, schnupperte kurz und machte dann einen Schritt zurück. „Bruder, was zur Hölle ist denn hier passiert? Hat hier einer in die Ecke geschissen?“ Ich schüttelte nur den Kopf. „Lange Geschichte, mein Freund.“

Gruß, euer Tim

Achtung: #satire


Quellen:
Fotos: © luis_molinero auf Freepik
Text: Tim Reinhold
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu

 

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