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Deutschland wird älter – wer macht künftig die Arbeit?

Große Jahrgänge gehen in Rente, kleinere rücken nach. Was das für den Alltag bedeutet. Wie helfen Ausbildung, gute Arbeit und Zuwanderung?

Während wir uns streiten, verändert sich die Welt

Warum fehlen Arbeitskräfte, was verändert neue Technik, wie sichern wir Wohlstand? Kolumnenserie über Ursachen, Zusammenhänge und Lösungen.

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Deutschland wird älter – wer macht künftig die Arbeit?

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StartKolumnenZwischen den Zeilen – P.R.-F.Deutschland wird älter – wer macht künftig die Arbeit?

Deutschland wird älter – wer macht künftig die Arbeit?

Während wir uns streiten, verändert sich die Welt – die Kolumnenserie

Teil 2 von 6 · Demografie und Migration

Die Folgen:
1·Auftakt | 2·Demografie & Migration | 3·Technik & Sozialstaat | 4·Energie im Alltag | 5·Energie & Gesellschaft | 6·Zukunft gestalten

Wer auf einen Arzttermin wartet, keinen Handwerker findet oder im eigenen Betrieb immer wieder einspringen muss, erlebt ganz konkrete Engpässe.
Termine verschieben sich, Aufgaben bleiben liegen, und Beschäftigte müssen zusätzliche Arbeit übernehmen.
Solche Situationen können unterschiedliche Ursachen haben. Manchmal fehlt Personal, manchmal passen die vorhandenen Qualifikationen nicht zu den Aufgaben. Auch die Organisation spielt eine Rolle. Deshalb lässt sich nicht jede Wartezeit mit derselben Erklärung beantworten.

Zu diesen Problemen kommt jedoch eine Entwicklung hinzu, auf die wir uns einstellen müssen:
Besonders viele Menschen erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter.

Große Jahrgänge gehen, kleinere rücken nach

Gemeint sind die sogenannten geburtenstarken Jahrgänge.
Menschen, die ungefähr zwischen Mitte der 1950er- und Ende der 1960er-Jahre geboren wurden. Damals kamen in Deutschland besonders viele Kinder zur Welt. 1964 waren es rund 1,36 Millionen. 1975 wurden nur noch etwa 782.000 Kinder geboren. 2025 waren es rund 654.000 — weniger als halb so viele wie auf dem Höhepunkt des Babybooms.
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung nach Destatis, Destatis

Die Geburtenzahlen schwankten zwischenzeitlich. Das hohe Niveau der 1960er-Jahre wurde jedoch nicht wieder erreicht.
Die große Generation von damals ist inzwischen älter geworden. Wer 1964 geboren wurde, wird 2026 bereits 62 Jahre alt.
Viele Angehörige der älteren Jahrgänge sind schon im Ruhestand; andere stehen kurz davor.

Für den Arbeitsmarkt bedeutet das: Große Gruppen scheiden aus, während kleinere Generationen nachrücken.
Die heutigen Geburtenzahlen zeigen außerdem, warum sich diese Aufgabe nicht kurzfristig erledigt.
Kinder, die heute geboren werden, brauchen erst viele Jahre für Schule und Ausbildung.

Zugleich leben Menschen im langfristigen Vergleich länger. Das ist eine erfreuliche Entwicklung.
Es verändert aber das Verhältnis zwischen jüngeren und älteren Menschen.
Darauf müssen wir unsere Arbeitswelt und unsere Versorgung einstellen.
Quelle: Destatis zum demografischen Wandel

Zuwanderung trägt unsere Arbeitswelt bereits mit

Zu den Antworten auf diese Entwicklung gehört Migration. Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind, leisten bereits heute Arbeit, die in unserem Alltag gebraucht wird.
Das zeigt sich in der Pflege und im Handwerk ebenso wie im Verkehr, in der Industrie und in akademischen Berufen.
So hatte 2024 etwa ein Drittel der Beschäftigten in der Altenpflege eine Einwanderungsgeschichte. Auch in handwerklich geprägten Berufen sind sie stark vertreten, etwa im Gerüstbau, im Metallbau und in der Elektrotechnik. Unter den Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Straßenbahnen waren es fast die Hälfte.
Gemeint sind dabei Menschen, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 eingewandert sind.
Quelle: Destatis zu Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte

Hinzu kommt die Ärzteschaft: Knapp ein Viertel der 2024 in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte in Human- und Zahnmedizin war selbst aus dem Ausland zugewandert.
Diese Zahl bezieht sich ausdrücklich auf die eigene Zuwanderung. Quelle: Destatis zur Ärzteschaft

Wir sprechen also über Menschen, die unsere Versorgung und Wirtschaft längst mittragen. Das beantwortet nicht jede Frage zur Migration. Es zeigt aber, warum ihr Beitrag zur Arbeit ebenso in die Debatte gehört wie die Anforderungen an Integration und öffentliche Einrichtungen.

Aus Fähigkeiten muss eine berufliche Perspektive werden

Für die Zukunft reicht es allerdings nicht, nur auf die Zahl der Zuwandernden zu schauen.
Entscheidend ist auch, wie Menschen ihre Fähigkeiten einsetzen können.

Ein möglicher Weg lässt sich an einem vereinfachten Beispiel erklären: Jemand bringt eine berufliche Ausbildung mit, kann sie hier aber noch nicht vollständig nutzen. Dann muss geklärt werden, welche Kenntnisse anerkannt werden können, was ergänzt werden muss und welche Sprachkenntnisse für die Tätigkeit erforderlich sind.

Daraus sollte möglichst ein nachvollziehbarer Weg in qualifizierte Arbeit entstehen: mit Beratung, gezielter Weiterbildung und beruflicher Sprachförderung.
Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Beruf. Qualität und Sicherheit müssen jedoch gewährleistet bleiben.

Dafür brauchen Behörden, Bildungseinrichtungen und Betriebe ausreichend Personal und klare Zuständigkeiten.
Integration gelingt nicht allein durch eine politische Forderung; sie muss im Alltag organisiert werden.

Nachwuchs gewinnen und Beschäftigte halten

Gleichzeitig müssen junge Menschen hierzulande die Voraussetzungen erhalten, einen Beruf zu erlernen.
Dazu gehören schulische Grundlagen, praktische Einblicke und eine gute Begleitung während der Ausbildung.

Auch nach dem Abschluss kommt es auf die Bedingungen an. Aus meiner Sicht gehören angemessene Bezahlung, verlässliche Arbeitszeiten und ausreichend Zeit für sorgfältige Arbeit zu einer ernsthaften Fachkräftestrategie.

Eine tragfähige Antwort auf den Generationenwechsel muss deshalb mehrere Wege verbinden:
Nachwuchs ausbilden, Zugewanderten den Zugang zu qualifizierter Arbeit ermöglichen und Beschäftigte im Beruf halten.
Für Menschen im Alltag könnte das eine verlässlichere Versorgung und weniger Überlastung bedeuten.
Gute Organisation gehört ebenso dazu.

An diesem Zusammenspiel sollten wir politische Vorschläge messen. Zuwanderung allein löst die Aufgabe nicht.
Ihr bereits bestehender Beitrag lässt sich aber ebenso wenig ausblenden.

Eine weitere Möglichkeit betrachten wir im nächsten Teil:
Was können Maschinen und künstliche Intelligenz übernehmen — und wem kommen die dadurch entstehenden Vorteile zugute?


Quellen:
Fotos: KI – Generiert
Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung nach Destatis, Destatis ; Destatis zum demografischen Wandel ; Destatis zu Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte ; Destatis zur Ärzteschaft
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung, sprachlicher Ausarbeitung oder symbolischen Beitragsbildern kann
künstliche Intelligenz unterstützend zum Einsatz kommen. Redaktion und Autor prüfen die Inhalte.  Mehr dazu




 

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