Fr, 12, Apr, 2024, 23:04

mehr aus Kategorie

Innovatives Mobilitätsprojekt »Sprinti« vor ungewisser Zukunft

Das preisgekrönte On-Demand-Bussystem Sprinti der Region Hannover steht trotz Anerkennung vor finanziellen Schwierigkeiten.

Bürgerjournalisten e. V. geht an den Start

Die formelle Eintragung des »Bürgerjournalisten e. V.« ins Vereinsregister markiert den nächsten Schritt einer ambitionierten Initiative.

Bioabfälle im Winter

Der Winter bringt nicht nur Schnee und Kälte, sondern auch Herausforderungen für die Entsorgung von Bioabfällen.

Mehr vom Autor

Archaische Denkmuster in der modernen Welt

Von Stereotypen bis Ernährungstrends: Einblicke in den Einfluss vergangener Denkweisen auf aktuelle gesellschaftliche Diskussionen.

Kabelchaos unter Hannovers Pflastersteinen

Hannovers Nordstadt erlebt ein Schauspiel der Baupannen beim Glasfaserausbau: Eine humorvolle Sicht auf die Tücken von Infrastrukturprojekten.

Rattenbekämpfung in Lehrte

Zusammen gegen Schädlinge. Rattenbekämpfung in Lehrte. Stadt bittet um Bürgerbeteiligung zur Reduzierung der Rattenpopulation im Stadtgebiet.
StartRegionalesDie Ursachen der Bauernproteste

Die Ursachen der Bauernproteste

Bauernproteste

Warum Deutschlands Bauern jetzt protestieren

Lesedauer: 3 Minuten

Zwischen Existenzkampf und Subventionsstreit

Das Dilemma der deutschen Bauern

Die Bauernproteste in Deutschland sind das neueste Kapitel einer langen Geschichte von Missmanagement und ungelösten Konflikten in der Landwirtschaftspolitik.
Die Entscheidung, die Steuervergünstigungen für Agrardiesel zu streichen, ist nur der Funke in einem Pulverfass, das schon lange schwelt.

Jahrzehnte des Niedergangs

Das Höfe-Sterben und die Rolle des Deutschen Bauernverbands (DBV) stehen im Zentrum der Kritik.
Über 100.000 Höfe haben während der Amtszeit von Angela Merkel aufgegeben, ein alarmierendes Zeichen für die Strukturprobleme des Sektors.
Der DBV, der jahrzehntelang die Agrarpolitik mitgestaltet hat, steht nun im Kreuzfeuer der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, höhere Subventionen durchgesetzt und gegen Gesetze zur Vermeidung von Bodenspekulation lobbyiert zu haben.

Das Prinzip ›Wachsen oder Weichen‹

Die erste Säule der europäischen Agrarförderung hat besonders großen, effizient wirtschaftenden Betrieben Vorteile verschafft. Was somit zu Preisverzerrungen auf internationalen Märkten führte.
Die daraus resultierenden Probleme reichen von der Bodenspekulation bis hin zu einem Markt, der kleinere Höfe benachteiligt. Außerdem die Lebensmittelindustrie begünstigt.

Konflikt der Interessen

Der Interessenkonflikt wird durch den Ressortzuschnitt im Bund und den Bundesländern strukturell verstärkt. Da Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in einem Ministerium gebündelt sind.
Dies führt zu einem Dauerkonflikt zwischen der Notwendigkeit auskömmlicher Verkaufserlöse für Landwirte und dem Wunsch nach billigen Grundstoffen für die Lebensmittelindustrie.

Das Subventionsdilemma

Der europäische Subventionspoker begünstigt die größten Player und führt zu komplexen Verteilmechanismen, die eine überbordende Bürokratie nach sich ziehen.
Der DBV wird kritisiert, weil er bei Kürzungen von Subventionen Existenzbedrohungen heraufbeschwört. Während er gleichzeitig die Gewinnsteigerungen in der Branche durch die EU-Agrarförderung herunterspielt.

Die Forderung nach Veränderung

Es ist an der Zeit, dass auch andere Akteure wie die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) Gehör finden. Die zudem seit Jahren Probleme benennen und Lösungsvorschläge einbringen.
Die aktuellen Proteste sind ein deutliches Zeichen dafür, dass das Agieren des DBV zugunsten großer Betriebe und der Nahrungsmittelindustrie hinterfragt werden muss.

Die Bauernproteste sind somit mehr als nur ein Aufstand gegen Subventionskürzungen. Sie sind vielmehr ein Ruf nach einer grundsätzlichen Änderung der Agrarpolitik. Die somit allen Landwirten gerecht wird und nachhaltige, ökonomisch tragfähige Lösungen fördert.


Quellen:
Foto(s): © Steffen Zahn auf Wiki Commons
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu

Zur Werkzeugleiste springen