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Unsere Zukunft braucht mehr als Schuldige

Probleme haben viele Ursachen. Wie wir politische Vorschläge an Lösungen messen und gemeinsam zu einer lebenswerten Zukunft beitragen.

Warum Energie mehr ist als Klimapolitik

Heimische Energie kann Importe ersetzen und Einkommen vor Ort schaffen. Wie Stromnetze, Speicher und europäische Zusammenarbeit beitragen.

Wie neue Energie den Alltag entlasten kann

Balkonkraftwerk, Wärmepumpe und Elektroauto: Wie neue Technik laufende Energiekosten senken kann und worauf es dabei ankommt.

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Unsere Zukunft braucht mehr als Schuldige

Probleme haben viele Ursachen. Wie wir politische Vorschläge an Lösungen messen und gemeinsam zu einer lebenswerten Zukunft beitragen.

Warum Energie mehr ist als Klimapolitik

Heimische Energie kann Importe ersetzen und Einkommen vor Ort schaffen. Wie Stromnetze, Speicher und europäische Zusammenarbeit beitragen.

Wie neue Energie den Alltag entlasten kann

Balkonkraftwerk, Wärmepumpe und Elektroauto: Wie neue Technik laufende Energiekosten senken kann und worauf es dabei ankommt.
StartKolumnenZwischen den Zeilen – P.R.-F.Warum Energie mehr ist als Klimapolitik

Warum Energie mehr ist als Klimapolitik

Während wir uns streiten, verändert sich die Welt – die Kolumnenserie

Teil 5 von 6 · Energie und Gesellschaft

Die Folgen:
1·Auftakt | 2·Demografie & Migration | 3·Technik & Sozialstaat | 4·Energie im Alltag | 5·Energie & Gesellschaft | 6·Zukunft gestalten

Im letzten Teil haben wir gesehen, wie neue Technik die Energieausgaben einzelner Haushalte senken kann.
Doch nicht jeder kann selbst Strom erzeugen. Und auch wer eine Solaranlage besitzt, braucht eine verlässliche Versorgung über das eigene Zuhause hinaus. Deshalb geht es jetzt um die gemeinsame Aufgabe:
Wie können wir weniger abhängig von fossilen Brennstoffen werden — und dafür sorgen, dass möglichst viele davon profitieren?

Wohin unser Geld fließt

Was wir zu Hause im Kleinen verändern können, hat im Großen Bedeutung für das ganze Land.
Deutschland kauft einen großen Teil seiner Energie im Ausland ein. Für Öl und Gas fließt deshalb immer wieder Geld an ausländische Lieferanten. Ersetzen wir diese Brennstoffe durch Strom aus heimischer Wind- und Sonnenenergie, können wir diese Abhängigkeit verringern.
Quelle: Umweltbundesamt

Ein größerer Teil unserer Energieausgaben kann dann hier Arbeit und Einkommen schaffen:
Handwerksbetriebe installieren Anlagen, Unternehmen bauen Stromnetze aus, Fachkräfte kümmern sich um Wartung und Betrieb.
Wie viel Wertschöpfung im Land bleibt, hängt auch davon ab, wo die Technik hergestellt wird.

Und es kommt darauf an, wem die Anlagen gehören.
Betreiben Stadtwerke einen Windpark oder beteiligen sich Bürger an einer Solaranlage, können Erträge in der Region bleiben.
Kommunale Einnahmen können beispielsweise Schulen, Schwimmbäder oder Busverbindungen mitfinanzieren. So können auch Menschen profitieren, die weder ein eigenes Dach noch Geld für eine private Anlage haben.

Damit geht es bei der Energiewende auch darum, wer künftig an unserer Energieversorgung verdient — und was davon bei der Bevölkerung ankommt.

Wie diese regionalen Wirtschaftseffekte entstehen, beschreibt unser Beitrag „Erneuerbare stärken Kommunen finanziell“.
Die zugrunde liegende Studie von IÖW und Partnern zeigt auch, welche Rolle die Eigentumsverhältnisse dabei spielen.

Entscheidend ist das Zusammenspiel

Natürlich brauchen wir Strom auch nachts und bei Windstille. Deshalb müssen verschiedene Energiequellen zusammenarbeiten.
Das Prinzip kennen wir aus dem Alltag: Nicht jeder muss alles selbst haben, wenn man sich zuverlässig ergänzen kann.

Zum Beispiel kann Norwegen Strom aus Wasserkraft liefern, Dänemark aus Windkraft. Spanien und Portugal können ihre Sonnenenergie einbringen. Deutschland kann Strom beziehen, wenn hier etwas fehlt, und liefern, wenn hier mehr erzeugt als gebraucht wird.
Dafür brauchen wir ausreichend leistungsfähige Leitungen zwischen den Ländern.
Quellen: Europäische Kommission, IEA zu Dänemark und Norwegen

Batterien und Pumpspeicher halten Energie für später bereit.
Künftig könnten auch mehr Elektroautos mitmachen: Sie laden, wenn viel Strom verfügbar ist, und geben bei Bedarf einen Teil zurück. Geeignete Technik und Steuerung sorgen dafür, dass genügend Energie für die nächste Fahrt bleibt. Während das Auto ohnehin parkt, kann es so die Versorgung unterstützen. Quelle: ADAC

Für längere Zeiten mit wenig Wind und Sonne brauchen wir zusätzlich Kraftwerke, die schnell einspringen können.
Diese Reserve muss dabei langfristig nicht fossil sein. Sie kann beispielsweise mit Biogas oder mit Wasserstoff betrieben werden, der zuvor aus erneuerbarem Strom hergestellt wurde. Ein Szenario des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme von 2021 beschreibt diesen Weg. Er setzt den entsprechenden Ausbau von Anlagen, Speichern und Netzen voraus.
Quelle: Fraunhofer ISE

Biogas aus Gülle und organischen Reststoffen kann dazu beitragen. Weil diese Rohstoffe begrenzt sind, ist ihr gezielter Einsatz besonders sinnvoll. Gut betriebene, dichte Anlagen sind entscheidend, damit austretendes Methan den Klimavorteil nicht zunichtemacht.
Quelle: Umweltbundesamt

Eine Stromversorgung ohne fossile Brennstoffe ist damit ein begründetes Zukunftsziel. Auch eine Fraunhofer-Studie von 2024 verbindet den Ausbau erneuerbarer Energien mit Speichern und flexiblen Kraftwerken. Solche Szenarien zeigen, was wir dafür aufbauen müssen.
Quelle: Fraunhofer ISE, Studie 2024

Auch die Umweltbilanz gehört dazu

Wind- und Solarstrom können fossile Verbrennung und damit Treibhausgasemissionen vermeiden.
Zur Umweltbilanz gehören auch Herstellung und Entsorgung der Anlagen.
Quelle: Umweltbundesamt

Dabei lohnt sich derselbe Schritt zurück wie in der ganzen Serie: Wir müssen die vollständigen Alternativen vergleichen.
Zu fossiler Energie gehören auch Förderung, Transport und Verbrennung.
Unser Beitrag „Klaut die Energiewende wirklich Natur?“ betrachtet diese oft übersehene Seite beim Flächenbedarf.

Hinzu kommt der Umgang mit Rohstoffen. Verbranntes Öl ist verbraucht. Metalle und Glas und andere Bauteile aus Wind- und Solaranlagen können nach langjähriger Nutzung zu erheblichen Teilen zurückgewonnen werden.
Bei Verbundstoffen wie Rotorblättern bleibt hochwertiges Recycling allerdings derzeit schwieriger. Kernenergie bringt wiederum die langfristige Entsorgung radioaktiver Abfälle mit sich.
Quellen: Umweltbundesamt zu Solarenergie, Windkraft und Bundesgesellschaft für Endlagerung

Für mich ergibt sich daraus ein klarer politischer Maßstab:
Gute Energiepolitik muss Versorgung sichern, Umweltbelastungen verringern und wirtschaftliche Vorteile im Alltag ankommen lassen.
Dazu gehören bezahlbare Finanzierung, Angebote für Mietwohnungen und Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen ohne großes Vermögen.

Dann wird greifbar, worum es geht: weniger laufende Belastung, weniger Abhängigkeit und mehr wirtschaftliche Möglichkeiten vor Ort.

Im letzten Teil führen wir die Zusammenhänge dieser Serie zusammen:
Was folgt daraus für politische Entscheidungen — und was können wir gemeinsam verändern?

Während wir uns streiten, verändert sich die Welt – die Kolumnenserie

Teil 5 von 6 · Energie und Gesellschaft

Die Folgen:
1·Auftakt | 2·Demografie & Migration | 3·Technik & Sozialstaat | 4·Energie im Alltag | 5·Energie & Gesellschaft | 6·Zukunft gestalten


Quellen:
Fotos: © KI – generiert
Quellen: Energieabhängigkeit-Umweltbundesamt ; Be-TheNews Beitrag „Erneuerbare stärken Kommunen finanziell“ (Studie von IÖW und Partnern) ; Europäische Kommission ; IEA zu Dänemark ; Norwegen ; ADAC ; Fraunhofer ISE , Biogas -Umweltbundesamt ; Fraunhofer ISE, Studie 2024 ; Umweltbundesamt ; Be-The.News Beitrag „Klaut die Energiewende wirklich Natur?“ ; Umweltbundesamt zu Solarenergie, Windkraft und Bundesgesellschaft für Endlagerung
Anmerkung der Redaktion: Für bessere Lesbarkeit verzichten wir in unseren Beiträgen weitestgehend auf geschlechtergerechte Sprache. Mehr dazu
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